Endlich waren wir vier wieder vereint…

Wenn auch nur übergangsweise, für 18 Tage, die wir aber alle voll und ganz genossen haben. Doch bis es soweit war, am 26. März am Flughafen von Guayaquil, musste noch einiges gearbeitet werden. Die ganzen Vorbereitungen auf unsere 2,5 wöchige Reise und dazu noch viel Arbeit in allen möglichen Bereichen haben mir in dieser Zeit echt zu schaffen gemacht. An dieser Stelle möchte ich zwei kurze Einblicke geben.

Festival Aulas del conocimiento

Seit Anfang 2015 haben die Kinder aus dem „zweiten Jahr“ sich mit der Programmation von animierten Mini-Filmen beschäftigt. Sie haben gelernt, in einem Programm namens „Scratch“ kleine Animationen zu programmieren. Es ging zum Besipiel darum, dass Personen erscheinen und verschwinden, sich bewegen, sprechen oder auch kleine Arbeiten erledigen. An diesem Tag wurden ihre Bilder und Programmierungen dann für Eltern und Interessierte ausgestellt und es wurden Abschluss-Diplome verteilt. Die Kinder waren super stolz, ihre Arbeiten der „Öffentlichkeit“ zu präsentieren und hatten viel Spaß an ihrem letzten Tag, bevor es dann in die Ferien ging.

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Projekt mit den Jugendlichen in Monte Sinai

Bevor für die Schüler in der Küstenregion Ecuadors die Ferien beginnen, wollten wir noch einmal einen Mittag lang ein etwas größeres Angebot direkt im Viertel anbieten. So sind wir schon einige Tage vorher mit Flyern von Tür zu Tür gegangen um auf unsere Aktion aufmerksam zu machen. Das ist immer sehr besonders wenn man auch direkt zu den Menschen nach Hause kommt und so richtig ihre Lebenssituation wahrnimmt.

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Nach langer Vorbereitung war dann der Mittwoch Nachmittag gekommen; Wir haben dann nocheinmal eine Runde gedreht um die Leute zu motivieren zu kommen, wenn wir das nicht gemacht hätten, wäre niemand gekommen, weil es alle vergessen hätten. Wir haben Spiele gespielt, aber eben auch auf diese Art ein paar Dinge in Sachen Erziehung beigebracht.

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Irgendwann hat dann ein für die Jahreszeit typischer „weltuntergangsähnlicher“ Regen angefangen und wir sind alle unter ein Dach geflüchtet. Die Jugendlichen aus dem Viertel, die nicht an unserem Programm teilgenommen haben, haben genau gegenteilig reagiert. Sie sind in Massen auf den Fußballplatz geströmt um eine Partie im strömenden Regen zu spielen. Es hat ihnen, wie auf den Fotos zu sehen, viel Spaß gemacht.

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Auf dem Bild zu sehen sind: Pedro, Fabian, Thore, Robin(Cousin von Thore) und Michael (v.l.n.r.).

Familienbesuch in Guayaquil

Nach einer mehr als 14h-Reise sind meine Eltern und mein jüngerer Bruder Julian, abends um halb zehn, dann endlich in Guayaquil gelandet. Wir waren alle vier super glücklich uns wieder so richtig in den Armen halten zu können.

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Am nächsten Tag haben wir uns dann gleich die verschiedenen Arbeitsbereiche von Hogar de Cristo angeschaut. Es war vorallem für die drei spannend, alles zu sehen und die Kollegen und Menschen vor Ort, zumindest ein wenig kennenzulernen, mit denen ich schon seit neun Monaten meine Zeit verbringe. Am Samstag haben wir dann eine Sightseeing-Tour durch Guayaquil gemacht, die leider durch Regen, vorallem am Mittag, etwas gestört wurde. Wir haben aber trotzdem einiges gesehen und waren zum Mittagessen bei einer Kollegin vom Frauenhaus eingeladen, die uns sehr viel und lecker gekocht hat.

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Am Sonntag Morgen ging es dann schon sehr früh auf nach Galapagos.

Galapagos

Insgesamt hatten wir fünf Tage für den schönsten Fleck Ecuador’s eingeplant. Ich kann bestätigen, dass diese Inselgruppe wirklich wunderschön ist und bin schon etwas stolz darauf, mit meinen 19 Jahren schon an dieser besonderen Stelle der Welt gewesen zu sein. Dort haben wir so viele schöne Dinge erlebt, dass ich nur ausgewählte Ereignisse hier schildern kann: Wir haben natürlich viel Zeit am Strand und im Meer verbracht. Mein absoluter Lieblingsstrand war der von „Tortuga-Bay“, ein langer, naturparkgeschützter, weisser Sandstrand mit hohen Wellen für Surfer und einer wunderschönen Bucht, ohne Wellen, zum Baden. Die Charles Darwin-Station haben wir natürlich auch besucht. Dort leben riesengrosse Landschildkröten und andere einzigartige Tierarten. Jeden Tag haben wir min. einen Ausflug gemacht, z.B. mit Booten aufs Meer rausgefahren, wo es kleinere Inseln hatte, die man teilweise begehen konnte oder einfach nur Tiere beobachtet, wie z.B. Seewölfe, Blaufusstölpel, Land- und Meeresschildkröten, Leguane, Mantarochen, Haie und viele verschiedene bunte Fische.

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Das für mich Besondere war, diese Tiere dort in ihrer freien Wildbahn zu besuchen. Niemand zwingt sie sich an diesen Stellen aufzuhalten, sie sind da, weil sie dort leben. Nach drei Tagen auf der Insel Santa Cruz sind wir dann mit einem Schiff auf eine andere Insel übergesetzt. Auf der „Isla isabela“ haben wir eine Nacht übernachtet und sind auf die Stamminsel zurückgekehrt. Isabela ist zwar, von der Fläche her, die grösste Insel von Galapagos im Gegensatz zu Santa Cruz leben dort aber viel weniger Menschen. An diesem einen Tag habe ich aber dort mein Highlight unserer kompletten Reise erlebt. Wir sind mit einem kleinen Boot aufs Meer hinausgefahren, bis wir eine kleine Insel erreicht hatten. Auf dieser Insel lebten Leguane und es hatten dort auch Sewölfe ihr Brut- und Nahrungshabitat. Und genau in diesem Meeresabschnitt an dieser Insel haben wir mehr als eine Stunde lang geschnorchelt. Bei diesem „Tauchgang“ haben wir wirklich eindrucksvolle Begegnungen gehabt. Auf dieser Insel leben die sog. „Galapgos-Pinguine“, die die zweitkleinste Pinguin-Art der Welt ist. Danach haben wir einen Fisch-Schwarm vorbeiziehen sehen, wie man es sonst nur aus den Filmen kennt. Auf einmal tauchen Meeresschildkröten auf, denen wir jeweils fünf Minuten hinterherschwimmen, einfach elegant, wie sie sich durchs Wasser bewegen. So passierte es auch, dass ich etwas von der Gruppe getrennt wurde und habe mich auf einmal mit 4 Seewölfen direkt über mir, unter mir, neben mir wiedergefunden. Ein bisschen Respekt hatte ich schon, denn ich war ihnen komplett ausgeliefert, doch sie haben mich nicht berührt, dann bin ich ihnen noch kurz hinterhergeschwommen und zur Gruppe zurückgekehrt. Die Gruppe ist dann zu einer kleinen Grotte hingeschwommen, die ca. 2m unter Wasser eine Öffnung hatte. Uns half der Guide dort hinunterzukommen und innendrinnen fand sich eine Familie Haie, die gerade ganz gemütlich dort hin und her geschwommen ist. Wow…

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Das war ein super erlebnissvoller Tag, den man in diese Art nur an diesem einen Ort der Welt erleben kann. Diese vollen fünf Tage waren einfach nur herrlich und ich habe sie voll und ganz, an der Seite meiner Familie, genossen. Am Karfreitag war also unser Rückflug nach Guayaquil und ab Samstag morgen hatten wir ein Auto gemietet, mit dem wir die Pazifikküste in Richtung Norden hochgefahren sind.

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Ruta de los Spondylus

Nun haben wir uns auf die Strand-Tour begeben. Jede Nacht haben wir in einer anderen Stadt übernachtet und andere Strände kennengelernt. Mal waren wir in grösseren Städten, wie z.B. Salinas oder Esmeraldas, ein anderes mal in einem Fischerdorf namens Puerto Lopez oder dem Surferparadies Canoa. Es war also alles einmal dabei und wir haben viel kennengelernt. Hier sprechen Bilder ihre eigenen Worte.

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Quito

Ein Besuch in der Hauptstadt Ecuador´s war natürlich auch in unserer Reise eingeplant. Mein Highlight vom 2 tägigen Quito-Aufenthalt war der Besuch am Mittelpunkt der Erde und der Palast des Präsidenten, der begehbar ist. Man konnte auf den Balkon und auf den zentralen Platz Quito´s herunterschauen, den Kabinettssaal besuchen, die Gastgeschenke anderer Länder waren ausgestellt und vieles mehr. Es war echt interessant, vorallem weil der Guide uns auch etwas spezielles über die Beziehung Ecuador´s mit Deutschland erzählt hat.

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Kleine Notiz am Rande: Eigentlich schlimm, aber ehrlich gesagt hat es mich in Quito gefroren. Wir hatten bei Nacht um die 12 Grad Celsius und ich habe mich mit 3 Pullovern gewärmt. Zum Glück komme ich zur Sommerzeit in Deutschland zurück, um mich langsam wieder an die anderen Temperaturen zu gewöhnen.

Baños

Am Ende unserer Reise haben wir dann noch einen Tag in Baños vorbeigeschaut. Baños ist ein wunderschönes kleines Städtchen, mit besonderen Bädern, deren Wasser vom Vulkan beheizt wird. In so einer Therme haben wir auch das angenehm warme Wasser genießen können. Vorallem aber ist Baños bekannt für seine grosse Auswahl an Extremsportarten. Von Bungee-Jumping über Wildwasserrafting bishin zu „Flying Fox“ bleibt für Adrenalin-Junkies wirklich kein Wunsch offen. Julian und ich haben uns für den „Flying-Fox“ entschieden und haben nun in verschiedenen Positionen verschieden hohe und lange Schluchten überquert. Vereinfacht gesagt, war man mit einem Karabiner an einem Stahlseil befestigt, das über eine Schlucht gespannt war.

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Gruß meiner Familie

Auch wir als Familie dürfen in diesem Blog mit einem Gruß zu Wort kommen. Wir hatten zweieinhalb wunderschöne und erlebnisreiche Wochen mit Fabian. Schön war für uns zu erleben, dass sich Fabian ausgesprochen wohl fühlt in seiner Wahlumgebung Ecuador. Wir konnten den Eindruck gewinnen, dass er allseits anerkannt und geschätzt wird von den vielen Menschen vorort. Sein einjähriger Freiwilligendienst wird von der Tübinger Entsendeorganisation evivo e.V. professionell begleitet. In seinen Einsatzorten leistet er einen richtig guten und wichtigen Dienst – mit seinem Beitrag und Engagement kann er somit eine „Mini-Unterstützung“, zur Linderung der großen Probleme leisten, die dieses Land und insbesondere die hilfsbedürftigen Menschen haben.

Wir freuen uns für ihn, dass er sich für diesen Dienst entschieden hat, hatten eine eindrucksvolle Zeit mit Fabian und freuen uns ebenso ihn anfangs Juli wieder zuhause willkommen heißen zu dürfen.

Martin, Christine und Julian                                                                                                                Mai 2015

Donation Faserzementplatten

An meinem ersten Arbeitstag nach diesen wunderschönen Ferien ging es gleich wieder mit einer schweren Donation los:   Eine Firma in der Nachbarstadt von Guayaquil hat ihr komplettes Dach ihrer Lagerhallen neu gemacht und hat somit ihre alten Faserzementplatten an Hogar de Cristo gespendet. So sind wir 2 Tage lang hingefahren und haben 1500 schwere Platten aufgeladen, in kleinen Lastwagen nach Hogar de Cristo gefahren und wieder abgeladen. Jetzt werden die Platten für 1$ das Stück, an die Leute aus Monte Sinai verkauft und die sind froh daran so günstig an Material zu kommen. Die Firma ist froh, dass sie sie los hat und wir verdienen etwas Geld für andere Projekte Hogar de Cristo´s. Dies ist die Hauptidee der Spenden für die „Banco de materiales“.

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Der Musik-Tipp geht in diesem Blog an ein Mix aus Reggaeton und dem eher traditionelleren Vallenato: Nota de amor – WISIN, Carlos Vives y Daddy Yankee https://www.youtube.com/watch?v=wZRWpr1G1Qw

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Ein Gedanke zu “Endlich waren wir vier wieder vereint…

  1. Lieber Fabian, eine tolle Sache, dein Dienst! Wünsche dir eine guten Abschied, der sicher nicht nur leicht für dich sein wird.
    Wir freuen uns dich wieder zu sehen!
    Ganz liebe Grüsse
    Linde

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