Rückblick: Ein Jahr Ecuador

Kaum zu Glauben, wie schnell die Zeit wirklich vergeht. Ich bin jetzt genau seit drei Monaten schon wieder in Deutschland. Vor drei Monaten habe ich mein erstes Schnitzel mit Spätzle wieder gegessen und viele gute Begegnungen mit vertrauten mir lieb gewonnenen Menschen gehabt. Bevor ich mich aber wage ein Resümee zu ziehen, berichte ich erst noch von meinen letzten Tagen in Guayaquil.

Abschiedsfeier

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Am letzten Freitag unseres gemeinsamen Jahres, haben Thore und ich noch einmal alle Freunde und Bekannte des kompletten Jahres versammelt um uns bei Ihnen für diese wirklich tolle Zeit zu bedanken und uns offiziell von Ihnen zu verabschieden. Wir haben kleine Snacks gemacht und sind einfach gemütlich zusammen gesessen und haben nochmal das zusammen erlebte Revue passieren lassen. Natürlich wurde der Abend mit etwas Tanz abgeschlossen, wie es sich für eine richtige ecuadorianische Feier gehört. Am Ende sind auf beiden Seiten auch etwas Tränen geflossen, weil sie für mich wie eine zweite Familie geworden sind, die ich nun verlassen muss. Als Abschiedsgeschenk haben wir, zusammen mit Michael, eine Tafel gestaltet, auf die wir ganz viele Fotos geklebt haben und die wir im Haus der Freiwilligen aufgehängt haben, so dass wenigstens ein Teil von uns in Form von Bildern dort bleibt.

Papstbesuch in Guayaquil

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In der Nacht auf Montag, an dem die Messe in Guayaquil stattfand, haben wir nicht geschlafen. Um 2.00 Uhr morgens sind wir mit einem Bus in Richtung des Geländes gefahren. Gegen 4.00 Uhr waren wir dann auf unseren Plätzen und haben gewartet, bis die Sonne aufgeht. Um ca. 11.30 Uhr ist dann endlich der Papst eingetroffen und hat erst eine Runde im Papamobil an den Menschen vorbei gedreht, bevor die Messe begonnen hat. Es hatte 30 Grad und weit und breit war kein Schatten zu sehen. An diesem Morgen hatte ich geschwitzt, wie noch nie in meinem Leben, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Eine so große Messe, mit so vielen Menschen und dem Papst live zu erleben, ein absolutes Highlight für mich als gläubigen Katholiken. Der Montag war in Guayaquil Feiertag, sodass jeder der wollte zur großen Messe im Parque Samanes gehen konnte. Extra für diesen Tag wurde die auf den obigen Bildern zu sehende Konstruktion und der Altar aufgebaut. Etwa eine Million Gläubige waren bei der Messe anwesend. Wir hatten einen der 5.000 besten Plätze in den ersten Reihen, den wir mit etwas Glück erlangt hatten. Die Stimmung unter den Gläubigen war auch absolut atemberaubend, da die Menschen in Lateinamerika sehr gläubig sind und durch ihr Temperament, die Messe etwas anders feiern.

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Abschluss

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Natürlich waren wir dann auch nicht alleine am Flughafen. Arbeitskollegen und Freunde haben uns wirklich bis zum Gate hin begleitet. Wir sind gegen 18.00 Uhr Ortszeit losgeflogen und am nächsten Tag ca. 17.00 Uhr deutscher Zeit in Stuttgart gelandet. 14 Stunden reine Flugzeit sind aber ohne Turbulenzen verlaufen und ich bin heil wieder in meiner Heimat angekommen.

Reflektierend gesagt war dieses Jahr in Ecuador, bisher das schönste meines Lebens, weil ich einfach so viele neue Eindrücke, Leute und Orte kennenlernen durfte.

Die Rolle des Freiwilligen wurde dort zuerst skeptisch gesehen, als man dann aber vertrauter mit den Menschen vor Ort wurde, öffnen sie sich einem und sind sofort super freundlich und hilfsbereit. Auch in der Arbeit unterstützen Sie den Freiwilligen, in Allem und lassen ihm aber auch seine Freiheiten sich zu entfalten. Ich hätte mir echt kein besseres Jahr vorstellen können, als das, das ich wirklich erlebt habe. Im Frauenhaus, die Arbeit mit den Kindern dort, war wirklich dringend nötig und ich hoffe, dass ich den Kindern, etwas den wirklich traurigen Alltag verschönern konnte.

Auch privat durfte ich soviel Neues kennenlernen, das mich echt persönlich weitergebracht hat. Ich möchte dieses Jahr nicht missen und empfehle jedem, der sich dazu berufen fühlt, auch so ein freiwilliges Jahr zu machen.

Ich sehe die Welt nun schon aus einer ganz anderen Sichtweise: Davor hatte ich nicht so den Blickwinkel auf z.B. Europa, wie ich ihn jetzt habe. Jeder will zum Studieren nach Europa, weil dort die Bedingungen am Besten seien. Auch in Sachen Wohlstand haben wir hier ein komplett anderes Niveau als beispielweise in Ecuador. Man hat deutlich gesehen, dass Deutschland ein sehr fortgeschrittenes Land ist und sich Ecuador eben noch im Prozess dorthin befindet.

Mit diesem Beitrag schließt sich mein Blog. Vielen Dank für die vielen Leser und Rückmeldungen, die ich bekommen habe, sowie für die vielen Unterstützer, die mir, mit ihrer Spende, dieses Jahr ermöglicht haben. Ich freue mich weiterhin auf nette Begegnungen mit Ihnen/Euch allen.

Euer Fabian Möhle

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